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Sprache als Rauschen und Dekodierung
Unsere Erfahrungen in der Diaspora, die uns an vielfältige kulturelle und geografische Grenzen herangeführt haben, offenbaren eine grundlegende Wahrheit: Sprache ist zunächst einmal Lärm. Sie ist ein Geflecht aus Lauten, Pausen und erlernten Klangfarben. Das Eintauchen in eine neue Umgebung ist daher ein Prozess der Entschlüsselung.
Mein erster Aufenthalt an meinem jetzigen Wohnort war von diesem Rauschen geprägt: einem unverständlichen, statischen Feld. Die allmähliche Integration in Sprache und Kultur beseitigt das Rauschen nicht, sondern moduliert es, sodass sich Bedeutungsfragmente herauskristallisieren können. Im Moment der Entschlüsselung überwinden die Schlüsselwörter ihre abstrakte, hörbare Form und werden zu verständlichen Bildern.
